Taroteinführung


Tarot ist eine alte Methode, bei der uns Bilder und Symbole einen Zugang zum Un(ter-)bewussten eröffnen, indem sie das Thema, die Qualität, die Eigenschaft und die Bedeutung eines Problems, das in einem bestimmen Moment unser Denken und Empfinden beherrscht, beschreiben. Die Bilder spiegeln einen seelischen Zustand oder eine bestimmte Lebenserfahrung wider und bringen diese aus dem Un(-ter)bewussten an die Oberfläche, bieten jedoch NICHT die Lösung des Problems an.

Geschichtlich nachweisbar sind Karten seit der Mitte des 15. Jahrhunderts, auch wenn einige Quellen Verbindungen zu weitaus entfernter zurück liegenden Zeiten sehen, z.B. ins Alte Ägypten, oder die Karten in Verbindung mit der jüdischen Geheimlehre, der Kabbala, bringen. Bemerkenswert ist jedoch, dass das Aufbauschema des Tarots seit dem ersten Erscheinen eines Kartendecks über die Zeiten hinweg gleich geblieben ist, was durchaus zu dem Schluss führen kann, dass das Aufbauschema weitaus älter alt "nur" 500 Jahre ist.

Ein Tarotdeck besteht aus 78 Karten, den 22 Karten des Großen Arkana und den 56 des Kleinen Arkana. Das Wort "Arkana" soll sich von dem lateinischen Wort "arcanum" für Geheimnis ableiten lassen.

Das Kleine Arkana ist in vier Sätze aufgeteilt:

  • Stäbe (aus denen das "Kreuz" wurde; traditionell dem Element "Feuer" zugeordnet)
  • Schwerter (Pik, "Luft")
  • Kelche (Herz, "Wasser")
  • Münzen (Karo, "Erde")
Jeder Satz besteht aus 10 Zahlenkarten (As = 1 bis 10) sowie vier Hofkarten (König/Königin/Ritter/Bube).

Die Karten werden nach Legebildern (engl. "Spread") ausgelegt, das bekannteste ist das Keltische Kreuz ("Celtic Cross"), bei dem insgesamt 10 Karten aufgedeckt werden.

Als "Urvater" aller modernen Tarotdecks des 20. Jahrhunderts gilt übrigens das ca. 1910 erschienene Rider-Waite-Deck. Unzählige neue Decks sind Hinweise darauf, dass Tarot keineswegs "antiquiert" ist, sondern sich im Gegenteil sehr viele damit beschäftigen.

Ein Beispiel für die Verschiedenartigkeit ein und derselben Karte in drei Decks: Die Welt...
... im Raider-White-Tarot.
... im Greenwood-Tarot.
... im Keltischen Tarot.

Tarot bei RoS

Bezug: "The Inheritance/Der Schatz". In der Eingangssequenz legt Isadora für ihren Vater 4 Karten; Agrivaine gibt seine - sehr bestimmte - Sichtweise dazu.

Die Karte "Tod" bezieht er auf seinen baldigen Tod; der "Gehängte" steht für den Verrat durch den ehemaligen Bediensteten Mortimer, den "Turm" interpretiert er als "Karte der unerwarteten Veränderungen" und als "Narr" betritt Robert of Huntingdon die Szene.
 

Mark Ryan und Chesca Potter's "The Greenwood Tarot"

Dieses Tarotdeck bezieht sich auf die keltische Mythologie. So zB. wurden die beiden Bildnisse des "Cerne Abbas Giant" und des "Pferdes von Uffington" (beides historische Denkmäler im Süden Englands) in die Tarotkarten umgesetzt:

 
Cerne Abbas Giant
Uffington Horse
"Five of Wands"

Die Karte "Five of Wands" (Power)
"Sun"

Die Karte "Sun",
im Hintergrund die Umrisse des Pferdes
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